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Was ist ein phallischer Irrtum?

Manche Männer sorgen sich, ihr Glied sei zu klein, sie wären so in ihrer Potenz beeinträchtigt, könnten möglicherweise ihre Partnerin nicht ausreichend befriedigen. Dieser Irrtum kann noch gefördert werden durch abwertende Äußerungen anderer Personen – der Frau, die ihrem Mann körperliche Vorzüge seiner Vorgänger schildert, oder wenn junge Männer sich nach dem Sport unter der Dusche vergleichen. Eine verkehrte Bemerkung kann unter Umständen zu sexuellen Funktionsstörungen und Neurosen führen.

Die Größe des Gliedes ist nicht entscheidend und individuell verschieden. Mit einem kleineren, aber voll erigierten Penis kann die Partnerin genauso sexuell befriedigt werden wie mit einem größeren. Manche Frauen ziehen ohnehin einen kleineren Penis vor, weil sie Angst haben, ein großer könnte für sie schmerzhaft sein. Das ist ebenfalls ein Trugschluss, denn die Scheidenmuskulatur ist sehr elastisch und dehnbar. Auch die Meinung, nur der vaginale Orgasmus sei der richtige, ist ein Irrtum und völlig veraltet. Viele Paare erleben den Orgasmus viel intensiver, wenn er nur mit Zunge und Mund herbeigeführt wird.

Dass sich Fehlurteile wie der phallische Irrtum immer noch halten, hat auch etwas mit der Einstellung zum Phallus in vergangenen Kulturen zu tun. In Afrika, Europa, Kleinasien, Mittelamerika, Japan und Indien war die göttliche Verehrung eines übergroßen erigierten Gliedes stark verbreitet. In der griechischen Antike wurden bei großen Festen zu Ehren des Dionysos große Phalli durch die Straßen getragen. Und auf Münzen, die den Gott Priapos darstellen, ist ein Penis zu sehen. Auch skandinavische Felsbilder der Bronzezeit stellen Männer mit übergroßen Gliedern dar.