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Wieviel Umsatz wird mit Pornos gemacht?

Sin Stocks, Aktien der Sünde, so werden im Börsenjargon Sex- und Erotikpapiere von Firmen wie der Flensburger Beate Uhse AG genannt. Mit durchaus anerkennendem Unterton. Denn Sex verkauft – mehr denn je. Die nackten Zahlen: Experten schätzen den Gesamtumsatz auf dem deutschen Erotik- und Pornomarkt auf 1,9 Milliarden Euro jährlich. Weit mehr als die Hälfte davon entfällt auf den Bereich »Media«, das sind die Online-Angebote, Telefonsex und Videos. Für rund 79 Millionen Euro werden Reizwäsche, Verhütungsmittel, Magazine und Aphrodisiaka vertrieben. Weltweit setzt die Erotik- und Pornobranche 44 Milliarden Euro um. 30 Prozent der Kunden sind Frauen.

»Kaum noch eine – echte oder falsche – Moral behindert den Pornokonsum«, sagt der Wirtschaftsjournalist Peter Würth. »Zusätzlich hat die Angst vor Aids das Geschäft angekurbelt. Wo einst schummrige Erotik-Bars lockten, offerieren heute neonglitzernde Sexshops sichere Ersatzbefriedigung mit Videos, Magazinen oder anderen Hilfsmitteln. Obendrein hat das Privatfernsehen die Grenzen immer weiter hinaus geschoben.« Nur einen Blick in die Videotheken: Die Gesellschaft zur Übernahme und Wahrung von Filmaufführungsrechten (Güfa) geht davon aus, dass Pornos ein Drittel des Kassettenmarktes ausmachen. Acht Millionen Porno-Videos liegen allein in den 5200 Videotheken, im Schnitt wird jede Kassette einmal im Monat verliehen. Und jedes Jahr produzieren 225 Anbieter 6500 neue schnell und billig gedrehte »Nummern-Revuen«. 16500 Deutsche leben vor der Kamera oder hinterm Ladentisch vom Geschäft mit Softpornos oder Hardcore-Streifen.

Die gesamte Sex-Videobranche setzt 511 Millionen Euro jährlich um. Auch das Geschäft mit den Sex-Telefon-Hotlines läuft gut. Allein in Deutschland wählen 30000 Kunden jeden Tag eine der 800 Nummern. Die kostenpflichtigen Sex-Seiten im Internet sind ebenfalls ein Renner. Angeblich werden beinahe 70 Prozent des Online-Umsatzes mit erotischen und pornografischen Angeboten gemacht. Gleichzeitig dokumentieren aktuelle Studien von

Sexualwissenschaftlern eine zunehmende sexuelle Lustlosigkeit in den Schlafzimmern. Der Grund dafür sei eben dieses mediale Überangebot an sexuellen Reizen.