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Auch jenseits von Gräuelmärchen über die Folgen der Onanie gibt es ein natürliches Limit.
In lustfeindlichen Zeiten pflegte man Heranwachsende mit dem Sprichwort »5000 Schuss, und dann ist Schluss« einzuschüchtern – Onanie ist eine Gefahr für die Potenz, sollte das heißen. Diese Warnung entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage. Wahr ist eher das Gegenteil: Viel Sex bringt viel Lust auf Sex – bis ins hohe Alter.
Trotzdem gibt es ein natürliches Limit, das uns der normale Alltag mit all seinen Höhen und Tiefen vorschreibt, sodass die Sexfrequenz im Leben eines Durchschnittsmenschen sich letztendlich zwischen 6000- und 8000-mal einpendelt – Tendenz fallend: War bis vor kurzem noch die Zahl 7875 in Umlauf (davon 2000-mal Solo-Sex), kommen neueste Berechnungen bloß noch auf ca. 6745-mal Sex im Leben, sagt Frank Sommer (Lehrstuhl für Männergesundheit an der Uni Hamburg).
Er hat unlängst eine Studie mit 10000 Männern durchgeführt und dabei leichte Einbrüche bei der sexuellen Aktivität festgestellt. Vor 30 Jahren hatten Männer zwischen 18 und 30 noch ca. 20-mal pro Monat Sex, jetzt nur noch vier- bis zehnmal. Die Ursachen? Stress, Depressionen, Beziehungsprobleme – die üblichen Verdächtigen.
Sommer geht davon aus, dass es den Frauen in dieser Hinsicht nicht besser geht – mit dem Unterschied, dass ihnen der Potenzstress erspart bleibt. »Wir müssen uns damit abfinden, dass wir in einer Zeit mit insgesamt etwas geringerer sexueller Energie leben«, sagt der Männerarzt.